Kurse · Vorbeugung

Vorbeugen beginnt im Alltag

Sie können aktiv etwas für Ihre Gehirngesundheit tun.

Viele Risikofaktoren für Schlaganfall und Demenz sind beeinflussbar: Blutdruck, Bewegung, Rauchen, Schlaf, Gewicht, soziale Kontakte. Was dem Herzen nützt, nützt meist auch dem Gehirn.

Die Präventionskurse von Dr. med. Max Tiefenbacher, Facharzt für Neurologie, erklären die Zusammenhänge und zeigen, wie Sie Schritt für Schritt ansetzen – ohne Angstmache und ohne falsche Versprechen.

Einordnung

Wie viel lässt sich wirklich vorbeugen?

Zwei große Studien geben eine Antwort – und eine wichtige Einschränkung.

Schlaganfall. Die internationale INTERSTROKE-Studie verglich knapp 27.000 Menschen aus 32 Ländern, mit und ohne Schlaganfall. Zehn beeinflussbare Faktoren erklärten rechnerisch gut 90 Prozent des Schlaganfallrisikos in der Bevölkerung. Der mit Abstand wichtigste war Bluthochdruck, gefolgt von Bewegungsmangel, Ernährung, Übergewicht, Rauchen, Herzerkrankungen, Diabetes, Alkohol, Stress und Blutfetten.

Demenz. Die Lancet-Kommission zur Demenzprävention benannte 2024 vierzehn beeinflussbare Risikofaktoren über die Lebensspanne – darunter Bluthochdruck, Hörverlust, Bewegungsmangel, Rauchen, Diabetes, Depression, soziale Isolation, hohes LDL-Cholesterin und unbehandelter Sehverlust. Würden alle wegfallen, ließen sich nach ihren Berechnungen bis zu 45 Prozent der Demenzfälle verhindern oder hinauszögern.

Die Einschränkung: Beide Zahlen beschreiben Bevölkerungen, nicht Einzelpersonen. Sie beruhen auf Beobachtungsdaten und setzen voraus, dass die Zusammenhänge ursächlich sind, was nicht für jeden Faktor gleich gut belegt ist. Wer alles richtig macht, kann trotzdem erkranken. Wer Risikofaktoren hat, erkrankt nicht zwangsläufig. Vorbeugung verschiebt Wahrscheinlichkeiten – sie gibt keine Garantie.

Quellen: O’Donnell MJ et al. Global and regional effects of potentially modifiable risk factors associated with acute stroke in 32 countries (INTERSTROKE): a case-control study. Lancet 2016;388:761–775. · Livingston G et al. Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission. Lancet 2024;404:572–628.

Gemeinsame Hebel

Was Herz, Gefäße und Gehirn gemeinsam schützt

Viele Risikofaktoren tauchen bei Schlaganfall und Demenz gleichermaßen auf. Wer an einer Stelle ansetzt, profitiert oft mehrfach.

Blutdruck

Der wichtigste beeinflussbare Faktor für Schlaganfall – und relevant für die Demenz.

Bewegung

Regelmäßige Aktivität senkt Blutdruck, Blutzucker und Gewicht und stärkt die Gehirnleistung.

Nicht rauchen

Rauchen schädigt die Gefäße im ganzen Körper, auch im Gehirn.

Schlaf und Stress

Erholsamer Schlaf und weniger Dauerstress stabilisieren Stimmung, Gedächtnis und Kreislauf.

Kurse

Die Präventionskurse

Zwei Kurse zu den großen Erkrankungen, vier zu einzelnen Lebensstil-Faktoren. Sie lassen sich einzeln belegen und sinnvoll kombinieren.

Demenz vorbeugen

Der Gehirnschutz-Kurs: Risikofaktoren verstehen und einen persönlichen Gehirnschutz-Plan entwickeln.

10 Module · 41 Lektionen

Schlaganfall vorbeugen

Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin, Rauchen, Bewegung, Ernährung, Stress – und die Frühwarnzeichen erkennen.

11 Module · 55 Lektionen

Einzelne Hebel gezielt angehen

Rauchfrei

Verstehen, warum Sie rauchen – und strukturiert aufhören.

15 Module

Besser schlafen

Schlaf verstehen und mit erprobten Methoden ruhiger schlafen.

6 Module · 32 Lektionen

Fit mit Hirn

Essverhalten verstehen und Gewohnheiten schrittweise ändern.

6 Module · 20 Lektionen

Hirn-Power

Konzentration und Gedächtnis gezielt einsetzen.

6 Module · 27 Lektionen

Kostenlose Selbsttests

Wo stehen Sie?

Die Tests dauern wenige Minuten und zeigen, welche bekannten Risikofaktoren bei Ihnen eine Rolle spielen könnten. Sie stellen keine Diagnose und ersetzen keine ärztliche Untersuchung – etwa die Blutdruckmessung beim Hausarzt.

Demenz-Risiko-Test

Welche beeinflussbaren Risikofaktoren bringen Sie mit?

Schlaganfall-Risiko-Test

Ein Überblick über Ihre persönlichen Risikofaktoren.

Check-up beim Hausarzt

Ab 35 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen regelmäßig einen Gesundheits-Check-up – mit Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin.

Wichtig

Bei Verdacht auf Schlaganfall zählt jede Minute

Plötzliche Lähmung oder Taubheit einer Körperseite, ein hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörungen, starker Schwindel: Rufen Sie sofort die 112 – auch wenn die Beschwerden wieder verschwinden.

Der FAST-Test hilft beim Erkennen: Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache), Time (sofort handeln).

Ihr Kursleiter

Dr. med. Max Tiefenbacher

Facharzt für Neurologie, ehemals leitender Oberarzt auf einer Schlaganfallstation und Chefarzt in der neurologischen Rehabilitation. Er hat viele Menschen nach einem Schlaganfall behandelt – und oft gedacht, wie viel sich vorher hätte tun lassen.

Die Präventionskurse sind seine Antwort darauf: verständlich, realistisch und ohne erhobenen Zeigefinger.

FAQ

Häufige Fragen

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie mir über das Kontaktformular.

Wenn Sie sich vor allem um Ihr Gehirn im Alter sorgen, beginnen Sie mit Demenz vorbeugen. Wenn Bluthochdruck, Diabetes oder Schlaganfälle in der Familie ein Thema sind, mit Schlaganfall vorbeugen. Wer einen einzelnen Faktor angehen will – Rauchen, Schlaf, Gewicht – findet dafür eigene Kurse.

Teilweise. Bewegung, Ernährung, Rauchen und Stress spielen bei Demenz und Schlaganfall gleichermaßen eine Rolle und kommen deshalb in beiden Kursen vor. Die Einzelkurse gehen bei ihrem Thema deutlich tiefer.

Nein, das kann niemand garantieren. Sie können aber beeinflussbare Risikofaktoren angehen und damit Ihr persönliches Risiko senken. Die Kurse zeigen, wo die wirksamsten Hebel liegen.

Nein. Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin sollten regelmäßig ärztlich kontrolliert werden. Behandlungsbedürftige Werte gehören in ärztliche Hände. Die Kurse helfen, die Ergebnisse zu verstehen und im Alltag gegenzusteuern.

Je nach Kurs 12 oder 24 Monate. Die genaue Dauer steht auf der jeweiligen Kursseite.

Nein. Alle Kurse sind Selbstlernkurse. Austausch mit anderen Teilnehmenden ist im Community-Forum möglich.

Mehr verstehen. Besser vorbeugen. Klarer leben.

Verständlich erklärt, wissenschaftlich fundiert, direkt anwendbar.

Alle Kurse finden Sie in der Kursübersicht. Kostenlos informiert bleiben: neurowissen-Newsletter.

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite und der Kurse dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnostik oder Behandlung. Die Kurse sind Selbstlernkurse ohne individuelle Betreuung und stellen keinen Fernunterricht im Sinne von § 1 Abs. 1 FernUSG dar.

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