8 Frühwarnzeichen für Polyneuropathie in Füßen und Händen

8 Frühwarnzeichen für Polyneuropathie in Füßen und Händen

Symptome früh erkennen – Nervenschäden rechtzeitig abklären

Polyneuropathie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen – und wird dennoch oft erst spät erkannt. Der Grund: Die Symptome beginnen meist schleichend und werden anfangs unterschätzt oder falsch gedeutet.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche 8 Frühwarnzeichen typisch für eine Polyneuropathie sind, warum sie entstehen und wann Sie ärztlich handeln sollten.


Was ist eine Polyneuropathie?

Eine Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven – also jener Nerven, die außerhalb von Gehirn und Rückenmark liegen. Diese Nerven sind verantwortlich für:

  • Berührung, Schmerz und Temperatur

  • Muskelbewegungen

  • teilweise auch vegetative Funktionen (z. B. Schwitzen)

Sind sie geschädigt, kommt es zu sensiblen, motorischen und manchmal autonomen Störungen.


Warum frühes Erkennen so wichtig ist

Viele Ursachen der Polyneuropathie – etwa Diabetes, Vitaminmangel oder toxische Einflüsse – lassen sich behandeln oder zumindest bremsen, wenn sie früh erkannt werden.
Bleibt die Nervenschädigung jedoch lange unbehandelt, können Symptome dauerhaft bestehen bleiben.


Die 8 wichtigsten Frühwarnzeichen

1. Kribbeln und Ameisenlaufen

Ein häufiges erstes Symptom ist ein unangenehmes Kribbeln, überwiegend beginnend in den Zehen oder Fingerspitzen.
Viele Betroffene beschreiben es wie „Ameisen unter der Haut“.

➡️ Tritt oft in Ruhe oder nachts auf.


2. Taubheitsgefühle

Berührungen werden stumpf wahrgenommen, der Boden fühlt sich an wie Watte.
Diese Gefühlsminderung ist ein klassisches Zeichen sensibler Nervenschädigung.

⚠️ Gefahr: Verletzungen bleiben unbemerkt.


3. Brennende oder stechende Schmerzen

Typisch sind brennende, elektrisierende oder stechende Schmerzen, besonders in den Füßen.
Sie können sehr belastend sein und den Schlaf erheblich stören.


4. Störung des Temperaturgefühls

Kälte wird als schmerzhaft empfunden oder Hitze kaum wahrgenommen.
Das weist auf eine Fehlverarbeitung von Temperaturreizen hin.


5. Überempfindlichkeit bei Berührung (Allodynie)

Schon leichte Reize wie Socken oder Bettdecken verursachen Schmerzen.
Dieses Symptom wird häufig missverstanden, ist aber sehr typisch.


6. Verminderte Feinmotorik der Hände

Probleme beim Knöpfen, Schreiben oder Greifen kleiner Gegenstände können auf eine Beteiligung der Handnerven hinweisen.


7. Muskelschwäche und Unsicherheit beim Gehen

Polyneuropathie betrifft nicht nur das Gefühl, sondern auch die Motorik.
Betroffene berichten über schnelles Ermüden, Stolpern oder unsicheren Gang.


8. Symmetrisches Auftreten der Beschwerden

Ein entscheidender Hinweis:
Die Symptome treten meist beidseitig und symmetrisch auf – also an beiden Füßen oder beiden Händen.

➡️ Das hilft bei der Abgrenzung zu anderen Ursachen.


Häufige Ursachen einer Polyneuropathie

  • Diabetes mellitus

  • Vitamin-B12-Mangel

  • Alkoholbedingte Nervenschädigung

  • Medikamente (z. B. Chemotherapie)

  • Autoimmunerkrankungen

  • Infektionen

  • Genetische Ursachen

In vielen Fällen lassen sich mehrere Faktoren gleichzeitig finden.


Wann sollte man ärztlich handeln?

👉 Wenn Symptome zunehmen oder länger als einige Wochen bestehen
👉 Bei nächtlichen Schmerzen, Taubheit oder Gangunsicherheit
👉 Wenn beide Füße oder Hände betroffen sind

Eine frühzeitige neurologische Abklärung kann entscheidend sein.


Fazit: Auf die leisen Signale achten

Polyneuropathie beginnt selten plötzlich – sondern überwiegend mit leisen Warnzeichen.
Wer diese kennt und ernst nimmt, hat die besten Chancen, das Fortschreiten zu bremsen und Lebensqualität zu erhalten.

👉 Wissen ist der erste Schritt zur Prävention.


Weiterführende Inhalte

Auf neurowissen.com finden Sie weitere verständliche und medizinisch fundierte Beiträge rund um Nervenerkrankungen, Symptome und Prävention.

 


 

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